Die Gefahr kritischer Betrachtungsweisen

krínein (κρίνειν) → grc „entscheiden, unterscheiden“

Kritisches Hinterfragen – eine Gefahr?

Grundsätzlich JA, wenn wir nämlich unsere Meinung oder innere Haltung unter keinen Umständen verändern wollen, weil es Unruhe und Unsicherheit erzeugen könnte oder als unerwünscht und als gefährlich betrachtet wird. Schliesslich baut unser Weltbild in grossem und kleinstem Rahmen auf unserer Meinung auf.

Ist kritisches Hinterfragen auch gefährlich, wenn es um Themen wie Gesundheit oder Leben geht? Definitiv NEIN – Ein ganzer Kreis potentieller Antworten und/oder Lösungen auf Fragen bieten mehr Auswahl als jene aus einem Kreisausschnitt, egal, wie gut die Antworten und Lösungen des Kreisausschnitts sein mögen – Vielleicht gibt es bessere? wirkungsvollere? hilfreichere Optionen?


Griechische Denkschulen

In alten griechischen und römischen Denkerschulen war der Diskurs hoch gefragt. Angeregter Meinungsaustausch, um in gemeinsamer Diskussion Stärken und Schwächen verschiedener Meinungen zu prüfen. Je unterschiedlicher die Meinungen, desto umfassender später das Gesamtbild.

Es gibt Wichtigeres.

Zum Diskutieren wird Zeit benötigt, die wir entweder nicht haben, oder uns nicht nehmen wollen. Es gibt schliesslich Wichtigeres zu tun.

Die enorme Reizüberflutung durch alle Optionen verschiedenster Medien – von TV, Radio, PC, Werbung auf den Strassen, den Strassenbahnen, in Zeitungen, Magazinen, an Haus- und Plakatwänden, auf Social-Media-Kanälen usw. hat zur Folge, dass wir andere Meinungen gar nicht mehr hören WOLLEN. Sie stressen uns einfach zu viel. Unsere Sinne sind überflutet, überfordert. Das Stresslevel ist hoch.

Wir können und wollen nur mehr sehr begrenzt ANDERE Meinungen wahrnehmen, und wenn wir uns einmal entschieden haben, WIE wir mit einer Information umgehen, wollen wir sie nicht mehr in-Frage-stellen. Wozu auch?

Aber was, wenn 100 Menschen für die Todesstrafe eines zu Verurteilenden plädieren, und ich stimme mit, weil sie es auch tun. Später stellt sich heraus, man habe sich geirrt. Wer möchte zu jenen 100 gehören …?

  • Würden wir ein Haus bauen mit der Information eines einzigen Anbieter?
  • Eine Auto kaufen, ohne zu vergleichen?
  • Eine Versicherung abschliessen, ohne Vergleich?
  • Unser Geld dem Erstbesten anbieten, der uns gute Konditionen verspricht?
  • Anderen nachlaufen, ohne zu wissen, wohin?

JA, umfassende Information ist hilfreich.
Egal, für welche Lösung wir uns anschliessend entscheiden.

Achtsamkeit und Entwicklung