Kurz und klar gesagt: Eine grosse. Eine wesentliche. Und unter Umständen DIE entscheidende Rolle – zumindest gemäss den angeführten Studien. Wie kommt es aber zu diesen Mängeln, und wo treten sie gehäuft auf? Oder anders gefragt:

Was hat die Schwere von COVID-19-Erkrankungen mit Alter, Vorerkrankungen, Impfungen, Rauchen, Fettleibigkeit, erhöhten Entzündungsmarkern, Sauerstoff-, Zink-, Vitamin D-Mangel und Angst zu tun?

Zahlreichen Untersuchungen geben Hinweise darauf, dass die Schwere der Krankheitsverläufe nicht einfach in Zusammenhang mit dem hohen Alter von Patienten stehen, sondern v.a. mit den damit einhergehenden Erkrankungen wie Bluthochruck, Diabetes, chronische Nierenleiden, COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen), CVD (Herz-Lungenerkrankungen) sowie alle weiteren damit einhergehenden Erkrankungen, den sogenannten Komorbiditäten. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass die meisten dieser Erkrankungen gleichzeitig mit der oben genannten Unterversorung einherzugehen zu scheinen.


Teil 1// Welche Rolle spielt Vitamin D?

In Studien wird daher ausdrücklich drauf hingewiesen, auf ausreichende Vitamin-D-Versorgung zu achten, v.a. auch im Winter. Da der Sonnenzustand auf der Nordhalbkugel – und v.a. in nordischen Ländern in den Wintermonaten zu niedrig ist, um durch den entsprechenden Einfallswinkel eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D zu gewährleisten, wird auf eine entsprechende zusätzliche Unterstützung durch Einnahme wirksamer Vitamin-D-Präparate verwiesen.

Kurzer Hinweis: Vitamin D kann im menschlichen Körper nur unter Einwirkung von Sonnenlicht gebildet werden. In der Haut befindliches Cholesterol wird dabei „unter Sonnenlichteinfall in das Provitamin D umgewandelt. Dieses »Lichthormon« gelangt über das Blut in die Leber, wo es als Vitamin D3 gespeichert wird. In einem weiteren Schritt kann es in der Niere und anderen Organen zu aktivem Vitamin D3 umgewandelt werden. Für die Vitamin-D-Bildung spielen also das Sonnenlicht, zum anderen Alter und Gesundheit von Leber und Niere eine entscheidende Rolle.“ (Quelle: https://www.gaed.de/informationen/merkblaetter/sonnenlicht-und-vitamin-d.html).

  • Vitamin-D-Mangel in Zusammenhang mit schweren Krankheitsverläufe und hohen Sterblichkeitszahlen bei COVID-19

(Quelle: Vitamin D-Mangel und Komorbiditäten bei COVID-19-Patienten – Eine tödliche Beziehung? https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352364620300067?via%3Dihub)

Daten von Patienten mit COVID-19 in Bezug auf Vitamin D-Spiegel und Krankheitsverlauf zeigen, dass 98.9% der Toten einen Vitamin-D-Spiegel unter 20 ng/ml aufwiesen, es jedoch nur 4.1% Tote bei einem Vitamin-D-Spiegel von höher als 30 ng/ml gab. Es zeigt sich dabei auch, dass Vitamin-D-Mangel bei älteren Menschen häufiger vorkommt als bei jüngeren und auch in Zusammenhang mit Vorerkrankungen wie stehen und sich häufig durch Symptome wie Muskelschmerzen, proximale Muskelschwäche, Rippen-, Hüft-, Becken-, Oberschenkel- und Fußschmerzen (typisch) und Frakturen ausdrückt.

Es wird daher empfohlen, auf einen Mindestwert von 30 ng / ml (75 nmol / l) zu erreichen. Werte um 75 nmol / l gelten hinsichtlich der Skelettaktivitäten als optimal. Bei den angeführten Vorerkrankungen kann auch ein höherer Bedarf an Vitamin D bestehen.

Zusätzlich zeigt eine durchgeführte Metaanalyse zu Vitamin D- und Atemwegsinfektionen, dass eine tägliche oder wöchentliche Vitamin D-Dosis zwischen 20 μg und 50 μg zu einer signifikanten Verringerung der Infektionen führte. Seltenere Gaben von Vitamin D reduzierten das Risiko nicht. Als Resumée wird daher angeführt, dass in Bezug auf COVID-19 eine Empfehlung zur Primärprävention von Vitamin-D-Mangel sinnvoll erscheint (Nicht empfohlen wird hingegen ein Vitamin-D-Therapie bzw. Prophylaxe bei Patienten mit Hyperkalzämie oder metastasierter Verkalkung).

Vitamin-D-Mangel im Alter
(Quelle: Vitamin D-Mangel und Komorbiditäten bei COVID-19-Patienten – Eine tödliche Beziehung? https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352364620300067?via%3Dihub)
Die Studie verweist auf eine mögliche/ augenscheinliche (?) Verbindung zwischen älteren Menschen, Vitamin-D-Mangel und Sterblichkeit.

FAZIT

„Eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D hat eine Vielzahl von skelettalen und nicht-skelettalen Wirkungen. Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass verschiedene nicht übertragbare Krankheiten (Bluthochdruck, Diabetes, CVD, metabolisches Syndrom) mit niedrigen Vitamin-D-Plasmaspiegeln verbunden sind.

Diese Komorbiditäten erhöhen zusammen mit dem häufig damit einhergehenden Vitamin-D-Mangel das Risiko schwerer COVID-19-Ereignisse. Viel mehr Aufmerksamkeit sollte der Bedeutung des Vitamin D-Status für die Entwicklung und den Verlauf der Krankheit gewidmet werden.

Insbesondere bei den Methoden zur Bekämpfung der Pandemie (Lockdown) wird die natürliche Vitamin-D-Synthese der Haut reduziert, wenn Menschen nur wenige Möglichkeiten haben, der Sonne ausgesetzt zu werden. Die kurzen Halbwertszeiten des Vitamins erhöhen daher die Wahrscheinlichkeit eines zunehmenden Vitamin-D-Mangels. Spezifische Ernährungsberatung, Eine mäßige Nahrungsergänzung oder angereicherte Lebensmittel können diesen Mangel verhindern. Im Falle eines Krankenhausaufenthaltes sollte der Status dringend überprüft und wenn möglich verbessert werden.“

(Quelle: Vitamin D-Mangel und Komorbiditäten bei COVID-19-Patienten – Eine tödliche Beziehung? https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352364620300067?via%3Dihub)

(Siehe auch «Assoziation des Vitamin D-Status und anderer klinischer Merkmale mit COVID-19-Testergebnissen“  https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2770157)