Vitamin C zur Vorbeugung und als Therapie bei COVID-19
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Vitamin C zum Schutz vor SARS-CoV-2 und zur Behandlung von COVID-19

Vitamin C zum Schutz vor SARS-CoV-2 und zur Behandlung von COVID-19 Auszug und Kurzfassung der Studie 20.09.2020 Komplette Studie siehe Anhang „Vitamin C kann in allen Phasen der viralen Infektion eingesetzt werden. Es vermindert durch seine Wirkung auf das Immunsystem den Schwereverlauf der Infektion und verkürzt bei hopitalisierten Klienten den Klinikaufenthalt.“ Es führt „zu einer…

Vitamin C zum Schutz vor SARS-CoV-2 und zur Behandlung von COVID-19

Auszug und Kurzfassung der Studie 20.09.2020

„Vitamin C kann in allen Phasen der viralen Infektion eingesetzt werden. Es vermindert durch seine Wirkung auf das Immunsystem den Schwereverlauf der Infektion und verkürzt bei hopitalisierten Klienten den Klinikaufenthalt.“

Es führt „zu einer besseren (Mikro)zirkulation und verminderter Thromboseneigung. Die endotheliale Barriere (Eintrittspforte für Viren) wird gestärkt. Dadurch, dass es die Produktion der entzündungsfördernden Zytokine vermindert, beschleunigt es die Regeneration bzw. die Wundheilung und vermindert so Komplikationen wie eine diffuse Lungenfibrose [18203539].“

„Die aktuelle Literatur zeigt auf, dass Vitamin C eine nebenwirkungsarme und kostengünstige Alternative darstellt, deren entzündungshemmende und insbesondere antivirale Wirkung sowohl therapeutischen als auch prophylaktisch im Rahmen der COVID-19-Krise von grossem Interesse ist.“

Anmerkung:

Bei Menschen mit vorangegangenen Impfungen (z.B. Influenzaimpfungen) und hohem Impfstatus wurden in Studien über überschiessenden Autoimmunreaktionen bei Treffen auf Corona-Viren hingewiesen, die ebenso im Rahmen von Corona-Impfstoffentwicklungen nach 2002 beobachtet worden waren, wenn damit geimpfte Tiere in Folge mit Corona-Viren in Kontakt gekommen waren.

Von etlichen Ärzten und Wissenschaftern wird daher besonders für gefährdete Personen (Menschen mit Vorerkrankungen, schwachem Immunsystem sowie Geimpfte) eine gute Vitamin-C-Versorgung dringend empfohlen sowie der Hinweis gegeben, bei schweren respiratorischen Atemwegsprobleme v.a. in den ersten 3 Tagen auf einen hohen Vitamin-C-Spiegel im Blut zu achten ist.

Physiologische Vitamin-C-Synthese

Der Mensch kann selbst kein Vitamin C (Ascorbinsäure, abgeleitet von „Anti-Skorbut-Säure”) herstellen, da ihm ein wichtiges Enzym für den letzten Syntheseschritt fehlt.

Vorkommen von Vitamin C

„Die grössten Mengen an Vitamin C finden sich in Obst und Gemüse. Je reifer und ursprünglicher diese sind, desto mehr Vitamin C enthalten sie. Tierische Produkte enthalten vor allem in den Innereien Ascorbinsäure.

Das wasserlösliche Vitamin C ist sehr licht-, hitze-, und oxidationsempfindlich, weshalb die Reife, die Lagerung und die Verarbeitung der Lebensmittel einen grossen Einfluss auf den natürlichen Vitamin-C-Gehalt haben und Verluste bis zu 90 % betragen können.“

Vitamin C - COVID-19-Prophylaxe und Therapie

Aufnahme, Verteilung, Abbau und Ausscheidung

Bei oraler Einnahme von Vitamin C wird bereits ein Teil über die Mundschleimhaut aufgenommen. Die Hauptresorption findet im oberen Bereich des Dünndarms statt.

Der Anteil des über den Darm aufgenommenen Vitamin C liegt bis zur oralen Dosis von 300 mg bei 90 % (bei höheren Dosen wird ein geringerer Prozentsatz aufgenommen). 3h nach Aufnahme hat sich die Menge des vom Körper aufgenommenen Vitamin C auf die Hälfte. Eine höhere Vitamin C-Konzentration im Blut kann durch eine über den Tag verteilte Einnahme erreicht werden.

Durch intravenöse Verabreichung kann ein höherer Vitamin-C-Spiegel im Blut erreicht werden, die aber wie jede parenterale Verabreichung (Infusion, Injektion …) z.B. wegen Verunreinigungen ein Risiko bergen können.

„Immunkompetente Zellen (Zellen, die zu immunologischen Reaktionen fähig sind), wie etwa die Leukozyten, können Ascorbinsäure anreichern“. „Körpereigene Speicher können so den Menschen 100–130 Tage lang versorgen, falls kein Vitamin C zugeführt wird. Bei zu hohen Konzentrationen von Vitamin C im Blut wird dieses als Oxalsäure über die Nieren ausgeschieden (ab einer Konzentration von rund 68 µmol/l).“

Wirkungsspektrum von Vitamin C im menschlichen Organismus

Vitamin C ist an 15.000 Stoffwechselabläufen beteiligt und kein anderes Vitamin besitzt eine so grosse Vielfalt an Wirkungen. Aufgrund seiner antioxidativen Wirkung spielt die Ascorbinsäure in biologischen Systemen als Radikalfänger (Antioxidans, Antioxidationsmittel) eine wichtige Rolle und schützt Lipide, Proteine, Nukleinsäuren und Zellmembranen vor oxidativen Schäden“.

Funktionen von Vitamin C, die das Immunsystem betreffen, siehe Tabelle 1 in der Studie.

Ascorbinsäure ist für die Immunkompetenz (Fähigkeit des Immunsystems zur Immunabwehr) essenziell, indem es die Immunabwehr, die Komplementaktivierung (System von Proteinen im Blut und auf Zelloberflächen, die zur Eliminierung von Antigenen aktiv werden; Teil des Immunsystems) und die Interferonproduktion (Proteine oder Glykoproteine, die eine immunstimulierende, vor allem antivirale und antitumorale Wirkung entfalten) reguliert. Sie vermindert die Transkriptionsfaktoren NF-κB-, den Tumornekrosefaktor TNF-α- und die Interleukin-6 IL-6-Produktion (Interleukin reguliert Entzündungsreaktionen) und schützt so vor einer extensiven Immunantwort (Zytokinsturm).“

Ascorbinsäure schützt durch seine antioxidative Wirkung die Zellmembran der Phagozyten, ist direkt mikrobizid, stabilisiert die Epithelzellen – die potentiellen Eintrittsorte für Mikroben, beschleunigt die Wundheilung und stimuliert die vermehrte Antikörperproduktion und unterstützt damit das Immunsystem, wobei die das Immunsystem unterstützende Wirkung umso ausgeprägter ist, je tiefer der Vitamin-C-Spiegel vor der Zufuhr war.

„Ascorbinsäure bewirkt eine vermehrte, blutdrucksenkende Stickstoffmonoxid-Bildung, was insbesondere für Patienten mit kardiovaskulären Begleiterkrankungen wichtig ist. Stickstoffmonoxid reguliert die Zelladhäsion und die Fibrinolyse und vermindert die Thrombosenneigung.

Zeichen einer Überdosierung/Toxizität

„Bei täglicher oraler Dosierung bis 10 g über eine lange Zeit und bei kurzzeitigen Hochdosistherapien bis zu 1,5 g/kgKG und Tag wurden keine schädlichen Nebenwirkungen beobachtet (hohe orale Zufuhr ab 3 g kann abführend wirken). Die Bildung von Nierensteinen unter hohen Dosierungen wurde widerlegt. Die Oxalatausscheidung bei hohen Dosen im Urin wird nur unwesentlich erhöht.“

Vitamin-C-Bedarf

Aktuell wird PROPHYLAKTISCH jene Vitamin-C-Dosis angegeben, die gerade zur Vermeidung von Skorbut ausreichend ist. Somit liegt die empfohlene Tagesdosis nach der Deutschen sowie der Schweizerische Gesellschaft für Ernährung für Vitamin C bei 90–110 mg bzw. bei Schwangeren 110 mg und bei Stillenden 150 mg pro Tag. Jedoch können aus evolutionsbiologischen Gründen Dosierungen im Grammbereich definitiv empfohlen werden. Die Dosierungen bewegen sich somit im Bereich von 5–30 mg/kgKG und Tag. Die vom Körpergewicht abhängige Tagesdosis beträgt 400 mg bis 3 g [1141519].

Eine Entzündung kann die Bioverfügbarkeit von Vitamin C stark senken. So kann beispielsweise eine virale Infektion innerhalb von Stunden eine so bedeutende Abnahme des Vitamin-C-Gehalts in den Leukozyten (dienen als Vitamin-C-Speicher) hervorrufen, dass die Skorbutgrenze erreicht wird [2225].

Einen erhöhten Bedarf haben Raucher, Alkoholiker, Senioren sowie Personen mit einer obst- und gemüsearmen Kost. Weiter haben Patienten mit Magen-Darm-Erkrankungen, Diabetes mellitus, dialysepflichtiger Niereninsuffizienz und Multimorbide ebenfalls einen erhöhten Bedarf. Letztlich sollte bei starker körperlicher und psychischer Belastung, Schwangerschaft und in der Stillzeit vermehrt Vitamin C zugeführt werden [14141619].“

Therapeutische Dosis

Für eine THERAPEUTISCHE Wirkung sind höhere Dosierungen notwendig. Generell werden 150–200 mg pro Tag empfohlen. Bezieht man die Dosis auf das Körpergewicht sind orale Tagesdosierungen von 3–10 g notwendig. Parenteral sind mit langsamer Auftitrierung Dosierungen bis zu 100 g pro Tag möglich [1423].“

Kontraindikationen

„Kontraindikationen sind bei Dosierungen ab 10 g pro Tag zu beachten. Hierbei gelten Eisenspeicherkrankheiten, Niereninsuffizienz, Störungen des Oxalsäurestoffwechsels, Netzhautblutungen und Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (Fauvismus) als absolute Kontraindikationen und eine Oxalat-Urolithiasis in der Vorgeschichte gilt als eine relative Kontraindikation [11416].“

Vitamin C als Therapie bei SARS-COV-2

«Vitamin C kann in allen Phasen der viralen Infektion eingesetzt werden. Es vermindert durch seine Wirkung auf das Immunsystem den Schweregrad der Infektion und verkürzt bei hospitalisierten Patienten den Klinikaufenthalt und führt zu einer besseren (Mikro)zirkulation und verminderter Thromboseneigung. Die endotheliale Barriere (Eintrittspforte für Viren) wird gestärkt.

Dadurch, dass es die Produktion der entzündungsfördernden Zytokine vermindert, beschleunigt es die Regeneration bzw. die Wundheilung und vermindert so Komplikationen wie diffuse eine Lungenfibrose [18203539].

Je nach Gleichgewichtszustand des Immunsystems ist entweder eine orale oder eine parenterale Therapie notwendig, wobei von der einen in die andere Anwendungsform gewechselt werden kann.» Genauer Angaben dazu siehe Studie [40].

Anmerkung:

In China, Italien und den USA werden seit Anfang 2020 Studien mit hochdosierten Vitamin-C-Infusionen durchgeführt.

Da Vitamin C äusserst kostengünstig in der Herstellung ist wird die berechtigte Frage zu stellen sein, wie leicht die Ergebnisse dieser Studien ihren Weg in die breite Öffentlichkeit finden werden, da weitere Ergebnisse schon Anfang September erwartet worden sind, andere werden für 2021 erwartet (nach den Impfungen?).

Bisherige Resultate

Vitamin C bei Covid-19

„Bisherige Resultate sind vielversprechend und zeigen eine um ein Sechstel reduzierte Beatmungs- und Aufenthaltsdauer in der Klinik.“

*****

Therapiert wurde 7–10 Tage lang mit 10 g Vitamin C pro Infusion bei leichten Fällen und 20 g Vitamin C pro Infusion bei schweren Fällen. Sehr schwer Erkrankte bekamen alle 4 h 50 g Vitamin C pro Infusion. Alle Hochdosisinfusionstherapien waren bisher ohne signifikante Nebenwirkungen.

*****

Seit März 2020 empfiehlt die Regierung von Shanghai intravenöse Hochdosistherapie von Vitamin C bei COVID-19.»

Diskussion

Viele Faktoren wie zunehmender körperlicher und psychischer Belastung, schädlichen Umweltfaktoren, unausgewogenen Ernährungsgewohnheiten, zu viel Alkohol und Zigaretten, regelmässige Medikamenteneinnahme, Mangelernährung in Bezug auf Makro- wie auch auf Mikronährstoffen usw. führen zu oxidativem Stress und zu einer schlechten Abwehr gegen virale Atemwegserkrankungen. Resultierende Membranschäden stellen Läsionen im Schutzmantel dar.

„Anderseits führt ein viraler Infekt zu einem massiv erhöhtem Vitamin-C-Bedarf [1410194648].“

Empfehlung/ Prophylaxe

„Diese Gegebenheiten sollten uns dazu veranlassen, in dieser Pandemiezeit prophylaktisch täglich 100–200 mg Vitamin C zu supplementieren. Ältere und/oder komorbide Personen sollten über den Tag verteilt grammweise Vitamin C, bis zu 10 g/Tag, einnehmen.

Weiter spricht der positive Synergismus von Ascorbinsäure und Bioflavonoiden für die Verabreichung von organischen Vitamin-C-Präparaten. Das ermöglicht eine gute, gastrointestinal verträglichere Prophylaxe mit kleineren Dosierungen“. [141540].

Anmerkungen

  • Vitamin C wirkt, wie In-vivo-Studien nachgewiesen haben, auf mehrere pathophysiologische Prozesse einer viralen Infektion. Insbesondere der erhöhte oxidativen Stress, der Zytokinsturm und die erhöhte Thromboseneigung können reduziert werden [41718].
  • Aufgrund dieser Fakten sollten virale Erkrankungen, wie COVID-19, mit einer Vitamin-C-(Hochdosis)therapie behandelt werden; entweder als Monotherapie oder in Kombination mit weiteren Wirkstoffen, wie z. B. Tocilizumab, das gezielt eine Andockstelle des IL-6-Rezeptors blockiert. In Kombination mit Hydrokortison und Thiamin wurden gute Resultate bei Sepsis dokumentiert [20333437424955].
  • Zudem ist die Supplementierung von weiteren Mikronährstoffen sicherlich sinnvoll, da diese das Immunsystem ebenfalls unterstützen. Hierbei sind insbesondere Vitamin D, Vitamin A, Omega-3-Fettsäuren, Selen und Zink zu nennen [495657].»

Kostenfaktor

  • In diesem Rahmen kann der Vitamin-C-Spiegel des Blutserums kostengünstig und schnell im Kapillarblut anhand des Glukosespiegels überwacht werden. (Stand: Mai 2020)

Ausblick

„Die aktuelle Literatur zeigt auf, dass Vitamin C eine nebenwirkungsarme und kostengünstige Alternative darstellt, deren entzündungshemmende und insbesondere antivirale Wirkung sowohl therapeutischen als auch prophylaktisch im Rahmen der COVID-19-Krise von grossem Interesse ist.“

Quelle:

Wir danken dem Autor der Studie: Madeleine Wehrmann, Praxis für Regulations- und Präventionsmedizin, Thun, Schweiz , Email: hc.nih@nnamrhew.m.

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